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Die Arroganz der Allianz – Große Haie, kleine Fische

Die Arroganz der Allianz – Große Haie, kleine Fische

Immer wieder treffe ich Menschen, die der Meinung sind, mit einer oder vielen Versicherungen bei der Allianz seien sie gut abgesichert.

Ich frage mich wirklich woher diese Meinung kommt. Aber nichts desto trotz würde ich das doch gern mal näher beleuchten.

Warum ich hier über die Allianz schreibe und nicht über die Ergo, Basler, HDI, Hanse Merkur oder sonst eine Versicherung liegt daran, dass ich noch niemandem begegnet bin, der der Meinung war, schon allein aus dem Grund gut abgesichert zu sein, weil er bei der Ergo, Basler, HDI oder sonstwo versichert ist.

Die Allianz SE ist einer der weltgrößten Versicherungskonzerne. Der Hauptsitz befindet sich in München. Die Allianz wies im Jahr 2013 bei einem Gesamterlös von 110,77 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss von 6,34 Milliarden Euro (Vorjahr: 5,23 Mrd. Euro) aus. So genug der Fakten. Wer mehr wissen möchte, mag in den Geschäftberichten oder bei Wikipedia schauen (https://de.wikipedia.org/wiki/Allianz_SE)

Mich interessiert, warum Menschen auf die Idee kommen, nur weil es eine große Versicherungsgesellschaft ist, ist es auch eine gute Versicherungsgesellschaft. Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Aber fangen wir vorne an.

Ein Versicherungsvertrag kommt zwischen Kunde und Versicherung zustande. Die Versicherung garantiert dann zu leisten, wenn es sich um eine versicherte Gefahr handelt. Und sie garantiert das zu leisten, was in den Versicherungsbedingungen vereinbart ist.

Sollte nun also die Versicherung nicht leisten, hängt es in der Regel damit zusammen, dass es sich nicht um einen Versicherungsfall handelt. Das bedeutet, es ist keine versicherte Gefahr oder es ist nach den Versicherungsbedingungen kein Versicherungsfall. Das hat also nichts mit bösem Mutwillen der Versicherung zu tun, sondern mit dem Vermittler, der die Versicherung verkauft hat. Entweder er hat nicht auf den Leistungsumfang und ggf. Leistungseinschränkungen hingewiesen oder es ging dem Kunden rein um den Preis oder oder oder.

Klassische Fälle sind Mietsachschäden. Bei einigen Haftpflichtversicherungen sind Mietsachschäden nicht enthalten, wenn also der Zahnputzbecher in das Waschbecken fällt, ist das kaputte Waschbecken dann nicht versichert. Oder wenn in der Hausratversicherung Fahrräder nicht enthalten sind, zahlt die Versicherung nicht, wenn das Rad geklaut wird.

Nach den Erläuterungen ist es also völlig wurscht, ob ich meine Haftpflichtversicherung bei der Allianz der Barmenia, der Ostangler oder sonstwo habe. Es kommt auf die Versicherungsbedingungen an. Die meisten Versicherungsgesellschaften haben mehrere Tarife für einen Bereich. Meist sowas wie „Basis", „Komfort" und „Premium". Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Basistarife meist nichts können, außer billig. Manchmal ist Komfort ausreichend und manchmal sollte es Premium sein. Das hängt aber von den individuellen Bedürfnissen ab. Ich kann also gar nicht sagen, dass eine Versicherungsgesellschaft prinzipiell gut oder schlecht ist. Kommt halt auf den Tarif an.

Oftmals unterscheiden sich die Versicherungen nicht nur in den Bedingungen, sondern auch in den Preisen. Das macht den Job von uns Maklern aus. Für den Kunden die Versicherung zu finden, die sowohl leistungsseitig, als auch preislich gut ist.

Und da sind wir bei der ersten Arroganz der Allianz. Die Allianz fällt in der Regel bei den freien Maklern raus. Denn die Bedingungen sind in den besseren Tarifen zwar gut, aber der Preis ist es nicht, der ist meist teurer, als gleichwertige Absicherungen. Die Allianz hält es nicht für nötig, sich in den Wettbewerb zu stellen. Schließlich denken immer noch genügend Kunden, mit einer Versicherung bei der Allianz sind sie gut aufgestellt. Warum dann am Preis schrauben, wenn es doch genügend Leute gibt, die bereit sind ihn zu zahlen?

Und damit kommen wir zu der Geschäftsform der Allianz und den Überschüssen. Die Allianz ist eine Aktiengesellschaft. Ihr größtes und wichtigstes Ziel ist es, den Aktionären einen Gewinn präsentieren zu können. Und wo kommt dieser Gewinn her? Richtig aus eurem Geldbeutel und den Erträgen, die die Allianz mit der Geldanlage eures Geldes erwirtschaftet. Diese Überschüsse kommen aber keineswegs nur den Kunden zu Gute, sondern ein großer Teil den Aktionären. Oder es werden schicke Stadien gesponsort oder Wahlkämpfe bezahlt, denn die Allianz gehört mit 3,2 Mio Euro seit 2000, die an die Bundestagsparteien gezahlt werden, zu den größten Parteispendern. (Quelle: http://parteispenden.unklarheiten.de/?seite=datenbank_show_k&db_id=33)

Das nächste Argument ist wohl, dass die Allianz im Schadenfall besser, schneller oder kulanter leistet. Auch das ist ein Trugschluss. Sie leistet nicht besser oder kulanter. Ob eine Versicherung leistet und in welcher Höhe ist wieder eindeutig in den Versicherungsbedingungen zu erkennen. Und wie schnell die Versicherung leistet hängt in den meisten Fällen von der Auslastung der Sachbearbeiter ab und ob noch Dinge ungeklärt sind oder Unterlagen fehlen.

Doch oftmals nicht so bei der Allianz. Denn die sind in der Branche dafür bekannt, gern mal Leistungen zu verschleppen und nicht zahlen zu wollen, obwohl ein klarer Versicherungsfall vorliegt. Das fängt bei Haftpflichtschäden an, zieht sich über Schäden an Gebäuden, bis hin zu großen Leistungsverschleppungen bei der Berufsunfähigkeits- und Krankenversicherung. Das Netz ist voll von Fällen in denen die Allianz nicht zahlen wollte und dann zu Leistung verklagt wurde. Hier zum Beispiel eine Statistik zu Leistungsquoten in der Berufsunfähigkeitsversicherung. (http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article122190022/Bei-Berufsunfaehigkeit-wird-Zahlung-oft-verweigert.html)

Natürlich gibt es auch andere Versicherungen, die Leistungen verschleppen. Unbenommen. Und ich als Verfechter, von „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast", weiß auch, dass es unzählige Statistiken zu Leistungsquoten gibt und alle andere Sieger und Verlierer haben.

Ein weiteres Beispiel ist die Klage des Verbraucherschutzes aus 2013. (http://www.sueddeutsche.de/geld/sieg-fuer-verbraucherschuetzer-ueber-versicherung-allianz-muss-kunden-millionen-zurueckzahlen-1.1568107)
Das gilt natürlich auch für andere Versicherer, jedoch ging es bei der Klage der Allianz bis zum Bundesgerichtshof. Dort hat die Allianz dann zwar zurück gezogen. Hier wurde aber erst mal versucht das erste Urteil nicht anzuerkennen.

Als weiteres Pfund würde ich gern die Aussage eines Anwaltes für Versicherungsrecht in den Ring werfen. Er hat mir mal erzählt, dass die Allianz mit Abstand die Gesellschaft ist, die er am meisten verklagt. Auch hier wieder der Einwand, dass die Allianz auch die größte Versicherungsgesellschaft in Deutschland ist. Aber dass die Allianz mehr Kunden hat, als alle anderen Versicherungen zusammen, halte ich doch für unrealistisch. Also auch hier ein klares Bild.

Bei der Allianz versichert zu sein, sichert nicht, dass im Fall der Fälle wirklich Geld gezahlt wird. Es sichert jedoch, dass meist ein zu hoher Preis für die Leistung gezahlt wird. Wer sich das erlauben möchte, nur um damit prahlen zu können, bei der Allianz versichert zu sein, nur zu. Den Anderen rate ich, einen Vergleich zu machen oder machen zu lassen, um Geld für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens zu sparen. Denn überteuerte Versicherungen gehören ganz sicher nicht dazu.

Die Allianz ist eine der größten Versicherungen,
nur wie steht es mit den Schadensleistungen?
Die verschleppen sie ganz gern,
dafür sponsorn sie vlt. noch das Stadion in Bern.
Die Versicherungsbedingungen sind einerlei,
und auch beim Preis sind sie nicht vorn mit dabei,
Also wer mit der Allianz prahlen will, der soll das tun,
die Anderen werden gegen die Werbung immun.

Wann sich Betriebliche Altersvorsorge für den Kund...
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