Existenzbedrohende Risiken

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Lass dich bloß nicht von deiner Versicherung aus deinem lukrativen Vertrag drängen!

Lass dich bloß nicht von deiner Versicherung aus deinem lukrativen Vertrag drängen!

Wie wahrscheinlich mittlerweile auch bei der letzten Hausfrau bekannt, befinden wir uns in einer anhaltenden Niedrigzinsphase.

Das bedeutet z.B., dass Versicherungsgesellschaften für die Gelder ihrer Versicherten eine geringere Rendite erwirtschaften, als dies noch vor ein paar Jahren möglich war. Das Geld der Versicherten fließt z.B. in deutsche Staatsanleihen. Für Anleihen, die Versicherungsgesellschaften z.B. 2006 gekauft haben und die 10 Jahre laufen, erhielten die Versicherungen eine jährliche Rendite von 3,75%. Die Garantieverzinsung lag für Lebensversicherungsverträge, die zu diesem Zeitpunkt geschlossen wurden bei 3,25%. Das bedeutet die Versicherung hat eine zusätzliche Rendite von 0,5% erzielt. Einen Teil dieser zusätzlichen Rendite erhält der Kunde. Den anderen Teil streicht die Versicherung als Gewinn ein.

2016 hat der Bund Staatsanleihen mit 0% Rendite ausgegeben. Das bedeutet die Versicherungen erhalten 2026 nur das Geld zurück, was sie eingezahlt haben. Die Garantieverzinsung liegt in diesem Jahr noch bei 1,25%. Das bedeutet die Versicherungsgesellschaften erwirtschaften zu wenig Rendite mit dem eingesetzten Kapital, um die garantierte Verzinsung zu erbringen.

Nun verdienen Versicherungsgesellschaften aber Gott sei Dank nicht nur mit Staatsanleihen Geld, sondern mit einer sehr großen Anzahl verschiedenster Produkte zur Erzielung von Rendite. Einige mit viel Risiko und einer möglichen höheren Rendite, andere mit geringerem Risiko und kaum noch Rendite, wie die deutschen Staatsanleihen.

Sie müssen also die Garantie jetzt aus anderen Quellen, nämlich den Produkten mit höherem Risiko bedienen. Damit sinkt natürlich der Teil des Gewinns, den sich am Ende die Versicherungsgesellschaft einstreichen kann.

Dazu kommt auch noch die Thematik, dass die Versicherungen aber ja auch noch die Verträge bedienen müssen, die z.B. 2006 geschlossen wurden und eine garantierte Verzinsung von 3,25% aufweisen.

Da das Andauern der Niedrigzinsphase dazu führt, dass auch die neuen Produkte mit wenig Risiko, in die eine Versicherung Geld anlegt, auch mit geringer Rendite ausgestattet sind, kann es in den nächsten Jahren zu Schwierigkeiten bei den Versicherungen führen, die garantierte Verzinsung, die in den 1990ern oder den 2000ern gegeben wurden, sicherzustellen.

Die ersten Gesellschaften versuchen sich jetzt aus diesem Dilemma zu befreien, indem sie ihren Kunden die Kündigung der alten Verträge empfehlen. Im Schreiben eines Versicherers an die Kunden heißt es bsps: "Ihre persönliche Situation, Ihre Ziele sowie Ihre finanziellen Wünsche haben sich vielleicht während der Vertragslaufzeit geändert. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich Ihr Guthaben früher auszahlen zu lassen?" (Quelle: http://www.manager-magazin.de)

Dabei bin ich mir ziemlich sicher, dass es nicht um das Wohl des Kunden, sondern um den Gewinn des Versicherers geht.

Denn noch weint die Branche wohl auf hohem Niveau. Die Rendite, die mit den eingezahlten Geldern noch erwirtschaftet wird, liegt, natürlich abhängig von der Gesellschaft, wohl im Durchschnitt so zwischen 3% und 4%. Wenn also ein Vertrag mit 3,25% Rendite bedient werden muss, ist natürlich der Gewinn für die Gesellschaft deutlich geringer. Dann doch lieber einen Vertag mit 1,25% Rendite bedienen, denn da ist der übrige Gewinn für die Gesellschaft doch deutlich höher.

Mal sehen, was die Branche in den nächsten Jahren versuchen wird, wenn es für die ersten Gesellschaften tatsächlich bedrohlich werden könnte, wenn die Zinsen weiter niedrig bleiben.

Für den Status Quo gilt aber ganz eindeutig die Prämisse, die alten Verträge (so bis 2012 vlt auch 2014 abgeschlossen) unter keinen Umständen zu kündigen. Die Verzinsung muss die Gesellschaft heute noch garantieren und wie sie das machen ist erst mal ihr Problem.

Die Entwicklung des Garantiezinssatzes findet ihr hier:  https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167936/umfrage/garantiezins-der-lebensversicherer-fuer-neuvertraege/

Und wie es weiter geht halten wir so wie viele Wirtschaftsunternehmen. „Das schauen wir dann, wenn es so weit ist und es wirklich keinen anderen Weg mehr gibt, als sich damit auseinander zu setzen."

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