Existenzbedrohende Risiken

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Knip, GetSafe und wie sie nicht alle heißen die Beratungsgräber

Ich schau mir ja gern mal Versicherungswerbung an, um mir Inspirationen für meine Texte zu holen. Dabei stolpere ich nun immer wieder über sogenannte FinTechs. Genauer gesagt über Apps, die meine ganzen Versicherungen total übersichtlich und einfach zu verwalten machen wollen. Klingt erst mal ganz gut.

Aber die Versicherungsbranche wäre nicht die Versicherungsbranche, besonders im Online-Bereich wenn nicht irgendjemand glaubt damit reich werden zu können und das natürlich ohne viel Arbeit. So auch hier, wie sich bei genauerem Hinsehen rausstellt.

Es klingt super. Ich tippe meine Daten ein und habe immer alle Versicherungen auf einen Blick. Also ich persönlich frag mich, warum ich im Thailand-Urlaub oder beim Ski fahren auf einmal wissen muss, wo ich meine Hausratversicherung habe und wie teuer sie ist, aber lassen wir das mal dahin gestellt.

Also der liebe Kunde tippt alle seine Verträge ein und leistet dann die „digitale Unterschrift". Was die Wenigsten wissen und was wohl immer wieder zu Beschwerden führt, ist die Maklervollmacht die man dem FinTech damit gibt. Das bedeutet, was uns vorher der Versicherungs… (nennen wir ihn der Einfachheit halber) -Berater erzählt und verkauft hat, ist bei ihm weg. Er darf nicht mehr mit der Gesellschaft sprechen, einen Schaden melden oder sonst wie Kommunikation vornehmen. Der Kunde gehört jetzt quasi Knip. Kunden mit einem guten Verhältnis zu ihrem Berater finden das schon nicht so witzig.

Aber nun zum Clou mit dem Geldverdienen. Wir Berater bekommen für die Sachverträge, um die es im ersten Schritt bei den Apps hauptsächlich geht, eine Provision. Da die Verträge in der Regel 1 Jahr laufen, bekommen wir die Provision jährlich. Nun tut der ein oder andere Berater mehr oder weniger dafür, sich diese Provision zu verdienen, aber irgendwann hat er mal was getan.

Knip hat nichts getan, außer der Programmierung der App und bekommt ab nun diese Provision. Je mehr Menschen also nun die App runter laden und nutzen, desto größer wird der Porsche der Betreiber.

Was passiert nun aber, wenn sich was ändert? Ich mit meinem Partner zusammen ziehe? Was muss ich dann bei den Versicherungen anpassen? Diese Antwort bleibt Knip schuldig. Da muss ich mich dann doch wieder selbst drum kümmern oder mir wieder einen menschlichen Berater suchen.

Ich hab leider auch noch nichts dazu gefunden, welche Versicherungen denn bei Knip nun bevorzugt werden. Denn es würde mich sehr wundern, wenn es da nicht einige wenige gibt, die bevorzugt angeboten werden, weil man höhere Provisionen verhandelt hat etc. Und wenn es jetzt noch nicht so ist, dann spätestens, wenn Knip eine gewisse Anzahl Verträge eingesammelt hat.

Und ich hab auch nichts gefunden, wonach mir Knip denn nun andere Vorschläge macht. Geht es rein um den Preis? Dann fehlen wieder die Erfahrungswerte und Qualitätsparameter, welche Dinge oder Gefahren wirklich abgesichert werden sollten und was nicht notwendig ist.

Und was für eine Beratung bekomme ich von einer App? Eine personalisierte Beratung kann es ja wohl kaum sein. Es fehlen ja auch die Menschen dahinter, die mit mir sprechen, mal fragen, was sich denn verändert hat, mich zum Hauskauf oder Baby beglückwünschen und daraufhin den Versicherungsbedarf ermitteln.

Also schicke ich mit einer solchen App die Beratung zu Versicherungen wieder ins Grab.

Versicherungs-Apps sind selten toll,
die Macher machen sich meist die Taschen voll.
Beratung kann ich da lange suchen,
und irgendwann werd ich sie doch verfluchen,
denn Versicherungen sind nun mal erklärungsbedürftig
da braucht es schon einen Berater, der ist vertrauenswürdig.

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