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Indexpolice – Altes Ross in neuem Gewand oder doch ein Gewinnerpferd

Indexpolice – Altes Ross in neuem Gewand oder doch ein Gewinnerpferd

Die Niedrigzinsphase hält weiter an. In diesem Zusammenhang verringert sich mal wieder zum 01.01. 2017 der Garantiezins der Versicherungen. Das bedeutet, jeder der nach dem 01.01.2017 eine klassische Altersvorsorge abschließt, bekommt nur noch 0,9% Zinsen garantiert. Diese 0,9% beziehen sich aber auch nicht auf den gesamten eingezahlten Beitrag, sondern auf den anlagewirksamen Anteil. Das bedeutet Kosten etc. werden vorher abgezogen und nur auf den verbleibenden Teil wird der Zinssatz garantiert. Das führt also, auf den eingezahlten Beitrag betrachtet, zu einer geringeren Rendite.

Viele Lebensversicherer werden sich daher zum 01.01.2017 aus den klassischen Kapitallebensversicherungen zurück ziehen.  Da bedarf es natürlich einer Alternative. Diese haben einige Versicherer schon seit einigen Jahren am Markt und viele andere ziehen jetzt nach.

Die Indexpolice

Sie ist im Ursprung eine Kapitallebensversicherung. Da man mit 0,9% Garantiezins aber keinen Kunden hinterm Ofen hervorlockt, verzichtet man einfach auf die Garantie. Also garantiert der Versicherer lediglich die eingezahlten Beiträge am Ende der Laufzeit. Bei 30 Jahren Laufzeit und einer angenommenen Inflation von 2% würde das zu einer Halbierung des Wertes des Geldes führen. Wobei man dazu sagen muss, dass 0,9% Garantie nach 30 Jahren auch zu einem geringeren Wert des Geldes führen würden, da die Inflationsrate jährlich meist höher ist.

Der Verzicht auf die Garantie führt dazu, dass das Geld etwas risikoreicher angelegt werden kann, als in der klassischen Police. Und das tun die Gesellschaften dann auch. Sie legen das Geld der Anleger in gewählten, geeigneten Anlageformen an und erzielen damit Gewinne. In der derzeitigen Niedrigzinsphase sind diese Gewinne aber doch recht gering. Daher schreiben sie diese Gewinne nun nicht dem Vertrag zu, sondern sie investieren das Geld in einen vorher festgelegten Index. Also den DAX (deutscher Aktienindex), den EUROSTOXX (europäischer Aktienindex), den MSCIWorld (weltweiter Aktienindex) o.a. Nun legen sie dieses Geld aber nicht in einen Fonds o.ä. für den Index an, sondern sie kaufen kurzlaufende, hochrisikoreiche Optionen auf diese Indices. Sie zocken also hochgradig mit dem Geld

Wenn diese Optionsscheine nun Gewinn erzielen, werden diese Gewinne dem Vertrag gutgeschrieben. Wenn die Optionsscheine keinen Gewinn erzielen passiert nichts, denn die eingezahlten Beiträge sind ja garantiert. Das heißt der Kunde kann zumindest keinen Verlust erzielen. Das ist mit den risikoreichen Papieren also ein bisschen wie Casino, bloß ohne Verluste.

Die Gewinne der Optionsscheine werden aber auch nicht vollständig dem Vertrag zugeschrieben. Manche Versicherer haben einen „Cap", also eine Höchstbeteiligung eingerichtet und einige Versicherer haben eine „Quote" eingeführt. Das bedeutet, der Kunde erhält 60-75%des Gewinnes. In beiden Modellen vereinnahmen die Gesellschaften den anderen Teil der Gewinne.

Dazu kommen natürlich noch die „gewöhnlichen" Kosten, die diese Verträge verursachen. Die sind in der Regel nicht geringer, als bei klassischen Policen. In guten Börsenjahren machen die Versicherer mit diesen Verträgen auf jeden Fall selbst auch einen sehr guten Gewinn.

In schlechten Börsenjahren macht der Kunde keinen Gewinn. In guten Börsenjahren halte ich 3-6% Rendite für realistisch. Damit hat die Indexpolice auf jeden Fall bessere Renditechancen, als eine klassische Police.

Relativiert ist aber zu sagen, dass die Kosten der Produkte nicht ohne sind, wenn man den Anteil mit einbezieht, den die Gesellschaften von den Gewinnen einbehalten. Damit ist es also für die Gesellschaften auf jeden Fall ein Rennpferd.

Für den Kunden ist es eine Alternative, wenn Sicherheit das oberste Gebot ist. Das eingezahlte Geld kann nicht verloren gehen und mit ein bisschen Glück, sind sogar ganz gute Gewinne möglich. Nun sollte sich aber jeder bewusst sein, dass Sicherheit immer mit Kosten bzw. Renditeverlust einher geht. Wer bereit ist die Pille zu schlucken hat mit der Indexpolice zumeist bessere Chancen, als mit vielen anderen am Markt befindlichen Produkten, die Sicherheit bieten.

Fazit: Die Indexpolice ist ein nicht mehr ganz junges Pferd, das es noch mal wissen will und auf eine Rennpferdkarriere trainiert. Damit ist es nicht das Pferd mit den besten, aber auch nicht mit den schlechtesten Quoten. Ein einigermaßen solides Mittelding würde ich sagen.
Aber natürlich immer davon abhängig, was das jeweilige Ziel ist.
Oder wie die Juristen zu sagen pflegen: Es kommt drauf an! ;-)

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