Existenzbedrohende Risiken

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Fürs Alter vorsorgen und trotzdem im Hier und Jetzt leben

Fürs Alter vorsorgen und trotzdem im Hier und Jetzt leben

Wenn ich mit meinen Ideengebern über das Thema Altersvorsorge spreche, kommen da immer wieder ähnliche Überlegungen zum Vorschein:

  • Ich weiß doch gar nicht, ob ich so alt werde
  • Ich kann/ möchte es mir nicht leisten fürs Alter vorzusorgen
  • Ich weiß nicht welche Altersvorsorge für mich die Richtige ist

Die Frage, welche Altersvorsorge die Richtige ist, lässt sich leider nicht pauschal beantworten, sondern hängt immer von der jeweiligen Berufs- und Lebenssituation, der Zeit bis zur Rente, der Risikobereitschaft etc. ab.

Aber zu den zwei anderen Überlegungen möchte ich mich heute auslassen und anhand meiner eigenen Geschichte zeigen, wie aus dem unüberblickbaren und bedrohlichen Thema Altersvorsorge etwas wurde, mit dem ich zufrieden bin.

Ich bin ja über meinen eigenen Bedarf zu einer ordentlichen Versicherungsberatung zu meinem heutigen Job gekommen. Und damals ging es mir besonders um das Thema Altersvorsorge. Klar zum einen die Frage welche Art Altersvorsorge ich wählen soll, aber natürlich auch die Frage, wie viel muss ich eigentlich fürs Alter beiseitelegen, damit es später reicht? Und wie viel Geld will ich überhaupt fürs Alter sparen? Schließlich reise ich gern und bin auch sonst recht aktiv unterwegs. Und was bringt es mir am Ende, wenn ich heute 50€ pro Monat spare? Und wie viel Geld brauche ich eigentlich im Alter zum Leben?

Dieser Blick in die trübe Glaskugel, hat bei mir keine Antworten auf die Fragen gebracht und sogar eher dazu geführt, dass ich Angst vor dem Thema hatte. Und weil es bei Versicherungen so leicht ist, hab ich das Thema einfach immer wieder vor mir her geschoben. Über Jahre.

Als ich mich dann doch dazu durchringen konnte mit meinem damaligen Berater aktiv zu werden, haben wir die Fragen nacheinander und ausführlich behandelt und so arbeite ich noch heute.

1.Verschiedene Programme lassen die Glaskugel beim Blick in die Zukunft etwas klarer werden. So lässt sich anhand von ganz vielen Prämissen die gesetzliche Rente z.B. grob abschätzen.

2.Dann kommt die Frage, wie viel Rente es im Alter eigentlich sein soll. Ein guter Indikator ist immer das heutige Netto-Gehalt. Reicht das? Steigt es im Laufe des Lebens noch und sollte dann auch in der Rente so viel sein. Oder muss es in der Rente nicht so viel sein?Jeder kann und sollte sich mit dieser Frage mal beschäftigen.

3.Denn nur so lässt sich im Anschluss ermitteln, wie hoch die Rentenlücke zur gesetzlichen Rente tatsächlich ist.

4.Dann ermitteln die Programme, wie viel Geld heute in den einzelnen Formen der Altersvorsorge pro Monat angespart werden müsste, um die Rentenlücke zu schließen. 

5.Um eine Bandbreite und nicht nur einen fixen Wert zu bekommen, berechne ich die Zahlen meist einmal mit einer Inflationsrate und einmal ohne.

6.Diese Bandbreite gibt nun an, wie viel der Kunde pro Monat in der entsprechenden Schicht der Altersvorsorge ansparen müsste, um sein Rentenziel zu erreichen.

7.Das Ganze ist natürlich immer noch als Glaskugel zu sehen. Es stecken ganz viele „wenn" und „könnte" und „falls" darin. Aber aus der trüben Glaskugel ist zumindest schon eine durchsichtigere Glaskugel geworden.

8.Abhängig davon, wie alt nun der Kunde oder die Kundin ist, die vor mir sitzt, kann der Wert recht niedrig sein (bei sehr jungen Menschen) oder verhältnismäßig hoch (bei Menschen über 30) oder sehr hoch (bei Menschen über 40) sein. Viele meiner Kunden könnten sich diese hohen Beiträge gar nicht leisten, selbst wenn sie wollten.

9.Darum geht es aber auch nicht. Die Berechnung soll bloß ein Hilfsmittel sein, um abschätzen zu können, wie eine mögliche Situation im Alter ist.

10.Der nächste Schritt ist nämlich nun, dass sich der Kunde überlegt, wie viel er denn bereit ist, im Monat fürs Alter zu sparen

11.Die Werte der Berechnung und der Selbsteinschätzung können total weit auseinander liegen. Das ist völlig ok. Dann sollte einem bloß bewusst sein, dass man im Alter nicht die Rente und den Lebensstandard haben wird, wie man es sich erträumt. Dafür hat man heute mehr Geld zur Verfügung und kann sich das Leben heute schöner machen.

12.Im Optimalfall liegen die zwei Werte natürlich nicht so weit auseinander, aber das hat natürlich auch immer was mit der Höhe des Einkommens, der Familiensituation etc. zu tun.

13.Und den Beitrag, denn man nach den Überlegungen und Berechnungen nun bereit ist fürs Alter zu sparen, sollte man auch möglichst zügig in einem Versicherungsvertrag fixieren, denn sonst schiebt man es, wie ich, immer wieder auf die lange Bank. Und das würde bedeuten, dass der Betrag, den man fürs Rentenziel beiseitelegen müsste immer größer wird.

Ich persönlich finde, dass Altersvorsorge nicht weh tun darf. Es macht keinen Sinn den Beitrag so hoch zu wählen, dass man schon in finanzielle Schwierigkeiten gerät, falls die Waschmaschine mal kaputt geht. Oder das statt Urlaub auf Lanzarote nur noch Urlaub in Landsberg am Lech möglich ist. Schließlich macht das Leben heute auch Spaß. Und heute ist man noch jung. Kann reisen, sportlich aktiv sein und sich sonstige Träume erfüllen.

Wer weiß, ob ich die Rente überhaupt erlebe. Ich hab mal gelesen, dass statistisch etwa jeder 8. Mensch, seine Rente nicht erlebt. (die Berechnung auf der Seite finde ich recht schlüssig: https://www.allmystery.de/themen/gw105065) Also warum sollte ich heute auf all die schönen Dinge verzichten, wenn ich gar nicht weiß, ob ich vom hart ersparten Geld dann noch etwas habe.

Aber gar nichts zu sparen fände ich auf der anderen Seite auch fatal. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ich meine Rente erlebe liegen bei ca. 87%. Und im Alter über 20 Jahre (und steigend bei steigender Lebenserwartung) bloß zu Hause zu sitzen und Nudeln mit Ketchup zu essen, stelle ich mir auch frustrierend vor.

Also wie immer sollte es eine gute Mischung aus beidem sein.

1.Was müsste ich mir leisten und

2.was kann/möchte ich mir leisten.

Nach der Entscheidung weiß man zumindest grob, was einen im Alter erwartet und das unergründliche Thema Altersvorsorge hat sich in kleinen Scheiben doch ganz gut verdauen lassen, denke ich. So ging es zumindest mir damals. ;-)

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