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Die Riester-Kritik von einer Riester-Kritikerin relativiert

Die Riester-Kritik von einer Riester-Kritikerin relativiert

Ich hab fast das Gefühl ich werde mir untreu… Ich hab ja schon mal über Riester geschrieben. Und Ja, ich bin kein wirklich großer Freund von Riester. Was aber die Politik gerade tut, lässt mir doch die Hutschnur hoch gehen. Da muss ich doch diese gesamte Kritik mal relativiert betrachten.

Also liebe Riester-Sparer. Lasst euch nicht von der Politik einreden, dass eure Verträge grundsätzlich mies sind. Das kann so ohne weiteres niemand belegen. Also lasst euch davon nicht verunsichern. Sprecht noch mal mit eurem Berater, wenn ihr euch unsicher seid, ob Riester für euch und eure Situation wirklich die ideale Form der Altersvorsorge ist. Und lasst euch bitte von der Politik nicht verunsichern. Das ist schließlich ihr tägliches Geschäft…

Denn, wenn wir uns mal zurück erinnern, hat die Politik also genauer gesagt die Regierung die Riester-Rente eingeführt. Und sie waren die einzigen, die das für eine tolle Idee hielten. Denn die Versicherungsgesellschaften haben in den ersten Jahren, extrem wenige Verträge vermittelt. So wenig sogar, dass sich die Regierung genötigt sah, Strafen auszuloben und zu verhängen, sollten nicht mehr Verträge vermittelt werden. Also hat die Versicherungswirtschaft angefangen ernsthaft zu verkaufen.

Und nun komme wieder Politiker, die behaupten Riester wäre grober Unfug und müsste dringend eingestampft werden. Liebe Politiker, was soll denn das bei den Kunden auslösen? Wut und Unsicherheit natürlich. Oder war das vielleicht sogar euer Ziel? Die Kunden und Wähler zu wütend zu machen und zu verunsichern, damit sie bei der nächsten Wahl möglichst das Kreuzchen woanders setzen? Auf die Idee würdet ihr nie kommen oder?

Klar ist Riester nicht perfekt. Mein Artikel dazu (Link) zeigt die größten Schwächen auf. Aber Riester ist für einige Kunden wirklich gut geeignet und eine passende Altersvorsorge. Natürlich hängt auch das wieder mit der konkreten Ausgestaltung des Vertrages zusammen, aber das soll hier nicht mein Thema sein.

Ich wäre ein großer Freund davon, wenn die Regelungen nachgebessert würden. Wenn also die Sterbetafeln, die angewendet werden, verändert werden oder wenn die Anrechenbarkeit auf die Grundsicherung wegfällt oder die Versteuerung im Alter. All das sind übrigens Punkte, die die Politik verändern kann. Das hat kaum was mit den konkreten Verträgen zu tun. Solche Regelungen würden also ALLEN Riester-Sparern zu Gute kommen.

Und was ich noch nicht ganz verstanden hab. Wirft nun eigentlich die Politik der Politik was vor oder doch den Versicherungsgesellschaften? Also ich hoffe nicht den Gesellschaften, denn wie oben schon beschrieben, sind die (ausnahmsweise) nicht Urheber des Ärgers. Also wirft wohl die Politik heute der Politik 2000 was vor? Also getreu dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern".

Es ärgert mich maßlos, dass hier mal wieder Politik zu Lasten der Bevölkerung betrieben wird. Denn warum schreibe ich diesen Blog? Weil viele Ideengeber mit dem ganzen Thema überfordert sind oder sich überhaupt nicht damit beschäftigen wollen. Und nun kommen die Politiker daher, die WIR gewählt haben, die da sitzen wo sie sitzen, weil es uns gibt und sie uns überzeugt haben. Und uns treten sie jetzt mit Füßen. Anstatt vernünftige und für alle nachvollziehbare Äußerungen zu treffen, wird mit Kneipenparolen um sich geworfen.

Und als Gewinner fühlen sich die, die überhaupt keine Altersvorsorge machen. Die denken alles richtig gemacht zu haben. Wie fatal!! Denn selbst ein schlechter Riester-Vertrag ist besser, als überhaupt keine Altersvorsorge zu betreiben. Denn ohne ist die Altersarmut quasi vorprogrammiert.

Aber genau die Kunden, die sich in den letzten 12 Jahren für Riester entschieden haben, sind nun unsicher, kündigen die Verträge, was zu einem finanziellen Schaden führt und legen das Geld lieber auf die Bank, weil sie das Gefühl haben, sich die Finger verbrannt zu haben. Und nun stehen sie dem Thema Altersvorsorge noch skeptischer gegenüber als bisher und machen lieber gar nichts, um bloß nichts falsch zu machen.

Ganz toll, liebe Politik. Das habt ihr ja gut hinbekommen.

Und was kommt jetzt? Ach ja. Andrea Nahles, die nun die Betriebsrenten stärken will. Und das wahrscheinlich so lange, bis in 10 Jahren wieder Politiker um die Ecke kommen und behaupten, alles Quatsch, staatlich geförderte Renten müssen her. Moment mal. Staatlich geförderte Renten? Das hatten wir doch schon mal. Stimmt. Hieß Riester, hat sich aber nicht durchgesetzt, warum auch immer…

Also alle 10 Jahre die Altersvorsorgeform wechseln. Tolle Idee? Ja, für die Gesellschaften. Immer wieder neue Abschlusskosten. Aber für die Kunden? Auf keinen Fall!!! Jeder Wechsel der Altersvorsorge-Form geht zu Lasten des Kunden. Da muss man genau rechnen, ob sich das wirklich lohnt oder ob man mit der alten Form nicht langfristig besser fährt.

So, ich hab mich ein wenig abreagiert und packe meinen Hammer nun wieder ein.

Und die Moral von der Geschicht:
Traue der Politik nicht.
Die will nur dein Bestes, dein Geld,
was dann hoffentlich bald ihr Geld ist..
Also prüfe deinen Vertrag genau, bevor du wechselst;
nicht das du am Ende deine gesamte Altersvorsorge zerhächselst.

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