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Bei Facebook nach Versicherungen fragen oder doch lieber verzagen?

Bei Facebook nach Versicherungen fragen oder doch lieber verzagen?

Faszinierend finde ich ja immer wieder das Facebook-Bashing, wenn jemand in einer Gruppe oder sonst wo nach einer Versicherung oder einer Beratung zu Versicherungen fragt. Hab ich in den letzten Wochen gleich 2-mal erlebt. Beide Male bin ich im NETT-Werk bei einer Frage zu Versicherungen verlinkt worden. Beide Male habe ich es recht spät gesehen und mir dann mal die Mühe gemacht zu lesen, was da im Thread so abgeht.

Das eine Mal ging es um eine gute Haftpflichtversicherung, das zweite Mal um eine Prüfung von Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsversicherung. Als erstes tun mir die Menschen total leid, die die Frage ursprünglich gestellt haben. 40 Kommentare, dutzende „PN's", unzählige Menschen werden verlinkt. Ich würde wahrscheinlich bei dieser ganzen Flut, überhaupt nicht mehr wissen, was ich eigentlich wollte und überlegen ob Thailand nicht auch schön ist. Aber andererseits sind sie ja auch selbst schuld. Was glauben sie denn, wie viele Versicherungsmenschen sich gerade in den Gruppen tummeln und nur auf solche Fragen warten? Oder „Tipp-Geber", die Geld dafür bekommen, dass sie den Versicherungsmenschen empfehlen? Oder einfach nett sein wollen und den eigenen Berater empfehlen.

Und was ich da so lese, erzeugt bei mir jedes Mal Herzrasen, einen roten Kopf und Wut. So viel Wut, dass ich am liebsten was Vernichtendes schreiben will. Aber ich bin ja grundsätzlich gut erzogen, also lass ich mich jetzt hier aus.

In diesen Threads zeigt sich immer wieder, warum die Branche so einen besch….. Ruf hat. Und den hat sie zu Recht. Da kommt z.B. Einer daher und sagt, „ich prüf dir das unabhängig und ich prüfe einfach nur, ich verkauf dir nix." Dann stellt sich raus, der ist bei der Allianz. Also ein klassischer Versicherungsvertreter (Unterschiede findest du hier: LINK) Wie will denn der unabhängig prüfen? Und selbst wenn er prüft. Als wenn er dann sagt: „Das was du hast ist toll, zwar nicht von der Allianz, aber toll. Ich hab jetzt 4 Stunden Zeit investiert, und nichts verdient, aber du bist gut aufgestellt." Wie soll denn der seinen Kühlschrank so voll machen? Also wird er sagen: „ Das ist zwar ganz gut/ ganz ok/ so naja, ABER ich hab da was viel Besseres/ Günstigeres für dich von der Allianz."

Und der wird auch irgendwas finden, wo er ansetzen kann und was für den Kunden total schlüssig klingt. Ist ja schließlich sein Job. Das hat der gelernt. Wie und wo setze ich das Messer des Zweifels an, um dann zielgerichtet den alten Vertrag auszustechen. Was ich da schon alles erlebt hab. Kunden, die wirklich gute Verträge hatten, die der Vertreter nicht toppen konnte, um dann einfach mit dem Preis zu kommen. So wurden aus guten Leistungen, schlechte Leistungen, aber günstiger.

Dann sind da immer die „Besserwisser". Die, die alles schon probiert und getestet haben und nun die einzig richtige Lösung kennen. Meistens haben sie sehr offensichtlich keine Ahnung von der Materie, aber sie müssen ihren Senf dazu geben.

Dann kommen die, die die Versicherung X oder Y oder Z empfehlen, weil sie da auch sind und sehr zufrieden. Wann bin ich denn mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder Altersvorsorge zufrieden? Wenn sie im Leistungsfall zahlt oder am Ende eine möglichst hohe Rente raus kommt oder? Wie kann ich denn dann mit Mitte 20 schon mit der Versicherung zufrieden sein? Sie hat ja noch nichts getan, außer Beiträge abgebucht. Ich bin doch mit meinem Auto auch frühestens zufrieden, wenn es mich viele Jahre nicht um Stich lässt und nicht, wenn ich es bezahle. Aber schön, dass es manche Kunden zufrieden stellt, dass regelmäßig Beiträge abgebucht werden.

Erschreckend finde ich, wie viele Kunden anscheinend gar nicht wissen, wer oder was ihr Berater ist. Hier werden Struktur-Vertriebe wie MLP oder OVB als unabhängig in den Raum gestellt. Da stellen sich mir die Nackenhaare auf. Die erzählen ihren Kunden anscheinend wirklich, dass sie unabhängig sind. Da muss ich nur mal bei Wikipedia schauen, was wir ja eigentlich alle sehr gern tun und schon sehe ich, welche Gesellschaften alle Anteile an MLP besitzen. Da tauchen so Versicherungen auf wie Allianz und HDI, um die zu nennen, die wohl jeder kennt. Bei der OVB noch schlimmer. Da ist die Signal-Iduna Großaktionär, danach kommen Basler und Generali. Und nun horchen wir doch mal alle in uns rein und fragen uns, wie unabhängig wird wohl ein Berater oder Unternehmen sein, wenn sich Versicherungen dort einkaufen? Ob diese Versicherungen wohl gern sehen, wenn andere Produkte, als die Eigenen verkauft werden?

Und dann gibt es immer mindestens einen der die Verbraucherzentrale empfiehlt. Ich bin mal großzügig und behaupte, die Verbraucherzentralen haben zumindest mal nicht das Wohl der Versicherungsbranche im Fokus. Aber ob es das Wohl der Versicherten ist, bin ich mir auch nicht sicher. Denn bei der Verbraucherzentrale weiß ich schon was als Ergebnis heraus kommt, bevor ich mit meinem Versicherungsordner hin gehe und 150€ und mehr für die Beratung bezahle. Denn das Prinzip der Verbraucherzentralen ist Folgendes: http://www.verbraucherzentrale.de/Die-passende-Versicherung
Wer sich ein bisschen durchs Netz klickt wird auch herausfinden, welche Produkte die Verbraucherzentralen toll finden und welche nicht.

Zudem sei noch gesagt, dass die Menschen in den Verbraucherzentralen meist keine Versicherungskaufleute sind. Das sind Maurer, Bürokaufleute, Bäcker, Zugbegleiter, Briefträger oder Speditionskaufleute. Schlichtweg Menschen, die in kurzen Schulungen darauf vorbereitet werden, zu allen Themen des Lebens zu beraten. Von A wie Ambulante Pflege, über B wie Bausparen, H wie Haushaltsgeräte, S wie Stromanbieter, T wie Telefonanbieter, V wie Versicherungen, W wie Wohnen… (ich kann mit dieser tollen Aufzählung kaum aufhören…) Wie fachlich gut die Beratung dann am Ende ist, überlasse ich auch wieder eurer Phantasie.

Und dann natürlich die, die eine Empfehlung abgeben, ohne auch nur annähernd zu beschreiben, warum Der oder Die so gut ist. Die Krönung hab ich gerade gelesen „Max Mustermann. Bester! Wirklich!" Ahhhh jaaaa. Selbst wenn ich einen Bäcker suchen würde, würde ich persönlich den so empfohlenen Bäcker dann auf jeden Fall als letztes ausprobieren. Aber ich muss da ja kein Maßstab sein.

Mein Tipp für solche Frager ist übrigens, im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen zu fragen und sich begründen zu lassen, warum Der- oder Diejenige gut ist. Überlegt euch, wem ihr vertraut und zutraut eine gute Entscheidung bei dem Thema Versicherungen und Finanzen zu treffen und fragt diese Personen nach Empfehlungen.
Oder fragt mich!!

Was ist die beste Versicherung? Wen soll ich fragen?
Diese Fragen lassen viele verzagen.
Eine Frage bei Facebook soll die Lösung bringen
dabei bringt sie nur die Versicherungsleute zum singen.
Wer die meisten Worte nutzt und argumentiert, gewinnt
der arme Frager muss denken die Branche spinnt.
Tut sie ja auch, sind wir mal ganz ehrlich.
eine Entscheidung zu treffen ist da schon beschwerlich.

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