Ich hab die letzten Tage aufgrund eines Buches, das ich gerade lese und das mich tief berührt (Ismael von Daniel Quinn), intensiv über die Welt und mich und mich in der Welt nachgedacht.
Und bin darauf gekommen, warum ich die Robin Hood der Versicherungsbranche als Bild so eingängig und gleichzeitig so zu mir passend finde.

Ich sehe mich als Robin Hood der Versicherungsbranche. Ich mag an Robin, dass er sich gegen seinen recht leichten Platz im Leben, mit Adelstitel, Einkünften und ohne Existenzangst, entschieden hat, um das zu tun, was in seinen Augen gut und richtig ist. Er hat alles hinter sich gelassen und hat angefangen Dinge zu tun, die seine ehemaligen Freunde und Familie nicht verstanden haben. Er ist aus guter Absicht kriminell geworden. Kriminell in den Augen derer, die sich im Recht fühlten mit ihrer Politik. Für sie war es gut und richtig, wie sie entschieden haben und es war falsch, wie Robin entschieden und reagiert hat. War denn dann Robin eigentlich wirklich kriminell?
In seinen Augen nicht. In den Augen der Obrigkeit schon… Und was meinst du?

Unter anderem so geht es mir mit meiner Wahl der Berufung und dem, wie ich agiere.
Ich habe auch den vermeintlich sicheren Job bei der Bahn hinter mir gelassen. Die Sicherheit war nichts mehr, das mich glücklich gemacht hätte. Ich hab auf der anderen Seite gesehen, was in dieser vermeintlich dreckigen Versicherungs- und Finanzwelt passiert. Ich hab gesehen und verstanden, dass die meisten Geschäfte immer noch zu Lasten der Kunden getätigt werden und das, obwohl mit den Skandalen und der Bankenkrise eigentlich schon genügend Warnungen gegeben wurden. Ich hab gesehen, dass die Kunden der Willkür der Berater und der Gesellschaften ausgesetzt sind.

Und dennoch hat sich durch die Skandale und die Unsicherheit im Handeln nichts verändert. Das einzige was sich verändert hat ist, dass die Kunden ängstlicher werden. Sie wissen, dass sie vermeintlich über den Tisch gezogen werden und fühlen sich doch nicht in der Lage etwas dagegen zu unternehmen. Sie fühlen sich nicht in der Position sich aus ihrer „Knechtschaft“ zu befreien.

Und genau das ist mein Ansatzpunkt. Ich möchte meine Kunden aus dieser „Knechtschaft“ befreien. Ich möchte sie ermächtigen, wieder selbst handlungsfähig zu werden. Ich möchte ihnen die Dinge und das Wissen mit an die Hand geben, dass sie benötigen, um sich ihrer Situation bewusst zu werden und dann auf der Basis die Fähigkeit haben, selbst zu entscheiden, welche Versicherungen sie brauchen und welche nicht nötig sind.

Welche Versicherungsgesellschaft dann am Ende das Risiko abdecken soll, ist ein vergleichsweise kleiner Schritt. Schließlich hat Robin Hood ja auch seine Anhänger von der Sache überzeugt, für die er kämpfte und erst nachdem sie überzeugt waren, haben sie Pfeil und Bogen in die Hand genommen und für sich selbst gekämpft. Es bringt ja nichts, meinen Kunden Pfeil und Bogen in die Hand zu geben, wenn sie gar nicht wissen, wofür sie kämpfen sollen.

Und wenn wir immer mehr Kämpfer werden, die selbstbestimmter leben und wissen wofür sie kämpfen, haben wir irgendwann eine kritische Masse erreicht und der übermächtige Gegner muss zuhören und was ändern, wenn er nicht will, dass wir ihn stürzen. Genau wie bei Robin. Er hat an eine Sache geglaubt. Er hat geglaubt, dass er was ändern kann. Schritt für Schritt. Immer einen Fuß vor den anderen. Im Kleinen angefangen. Er hat nicht die große Übermacht gesehen und ist mit eingezogener Fahne nach Hause abmarschiert. Er hat sich der Herausforderung gestellt. Hat gewusst, dass es schwer und vlt auch unmöglich ist. Aber er hat angefangen.

Hätte er nicht angefangen, hätte es vlt. keiner getan. Und es wäre alles so geblieben, wie es war. Vielleicht hätte sich auch ein anderer bemüht, wäre aufgestanden und hätte diesen Kampf gefochten. Aber Robin hat sich nicht auf das „Vielleicht“ und „ein Anderer“ verlassen. Er hat selbst die Ärmel hoch gekrempelt und ist mit gutem Beispiel und ganz viel Einsatz voran gegangen. Er ist einer von Ihnen. Er fühlt sich nicht als überlegen. Er ist bloß derjenige, der das erste Schwert geschwungen hat. Er hat auch keine besonderen Kräfte, außer seinen eigenen Vorstellungen von dem, was richtig und gut und wichtig ist.

Und ganz im Ernst. Ich kann mit meinem Tun nicht die Probleme der Menschheit lösen. Ich kann nicht mal die Probleme der Deutschen lösen. Ich kann auch nicht die Geld-Sorgen meiner Kunden lösen. ABER ich kann die Versicherungssorgen meiner Kunden lösen. Ich kann das erste Schwert schwingen. Ich kann Wissen vermitteln, mit Rat und Tat zur Seite stehen, dass die böse Versicherungswirtschaft keine „Steuern“ mehr eintreibt, von denen keiner weiß, wofür und ob es ihm oder ihr überhaupt irgendwas nützt. Und wenn diese „Steuern“ nicht mehr gezahlt werden, haben die Menschen mehr Geld zur Verfügung und können vielleicht damit das ein oder andere ihrer Probleme selbst lösen.

Ich bin nicht der Superman der Versicherungsbranche. Ich rette die Menschen nicht aus brenzligen Situationen und überlasse sie danach wieder selbst ihrem Schicksal.

Ich bin nicht der Hulk der Versicherungsbranche, der es gut meint, aber einen Weg der Zerstörung hinter sich herzieht, weil er einfach nicht Herr seiner Kraft ist.

Ich bin nicht die Mutter Theresa der Versicherungsbranche, die sich selbst vollständig und selbstlos aufopfert, um die Welt ein kleines bisschen besser zu machen, dabei aber nur die Symptome behandelt und nicht die Ursachen.

Ich bin die Robin Hood der Versicherungsbranche. Die für und mit den Unterdrückten kämpft. Deren Ziel es ist, sie zu ermächtigen, wieder ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen und nicht mehr von der Willkür und Obrigkeit der Versicherungen abhängig zu sein.