Nur DU kannst was gegen geldgeile, schlechte Berater tun

Sehr provokanter Titel. Richtig. Genau wie die provokanten Aussagen, mit denen ich beworfen werde. Wie zum Beispiel: „In der Versicherungsbranche lässt sich doch immer noch eine Menge Geld verdienen. Und, oh Wunder, sie ist korrekt. Die Provisionen oder Courtagen, die gezahlt werden, sind wirklich gut.

Es ist auch kein bloßes Gerücht, dass eine Menge Vermittler ihr Geld verdient, ohne dabei das Wohl des Kunden, sondern nur das Wohl der eigenen Geldbörse im Kopf zu haben. Auch das sind Vorwürfe, die die Branche zu Recht treffen.

Aber was ist mit der anderen Seite? Was ist mit den Kunden? Was ist mit euch da draußen? Tragt ihr keine Verantwortung dafür?

Es ist total leicht auf andere einzuschlagen und die Schuld bei anderen zu suchen. Aber damit macht ihr euch das Leben auch ein wenig zu leicht.

Denn diese verruchten Vermittler bekommen EUER Geld. Ihr gebt ihnen die Provisionen und Courtagen mit denen sie ihren Porsche bezahlen oder die Mädchen in Budapest. Sie haben euch das Geld nicht geklaut. Heimtückisch die Geldbörse aus der Hosentasche gezogen. Sie haben euch vielleicht ausgetrickst. So wie die Hütchen-Spiele am Straßenrand in vielen Ländern oder die Schneeballsysteme, in die man eine Menge Geld investieren soll, um danach noch viel mehr Geld raus zu bekommen. Aber mal ehrlich, wie viele fallen darauf noch rein?

Wie sozial ist eigentlich die Sozialversicherung?

Ich hab am Donnerstag zwei Vorlesungen zum Thema Sozialstaat gehalten und mich in Vorbereitung darauf noch mal genauer mit unserem Sozialstaat und besonders mit der sozialen Sicherung beschäftigt. Nun bin ich, was Kindergeld, Mutterschutz und Wohngeld angeht, definitiv die falsche Ansprechpartnerin, aber mit den Sozialversicherungen mag ich mich noch mal beschäftigen.

Zum einen fand ich es erschreckend, wie wenig junge Menschen überhaupt wissen, dass wir in einem Sozialstaat leben. Von den Sätzen der Sozialversicherung mal ganz zu schweigen Dabei ist das für jeden Arbeitnehmer und Azubi eine recht große Summe Geld, die jeden Monat an genau diese Versicherungen abgeführt werden.

Starten wir mal mit der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Beitragssatz liegt bei 14,6%. Diesen teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils hälftig. Zusätzlich gibt es einen Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen seit 2015 selbst festlegen können. Im Durchschnitt liegt dieser in 2016 bei 1,1 %.
(Mehr über die Hintergründe der Krankenversicherung und deren Entwicklung gibt’s bei meinem geschätzten Kollegen Arne Lotze zu lesen: http://finanzdiskurs.de/versicherungen/krankenversicherung/krankenversicherung-und-die-kartoffel/)

Wer oder was ist eigentlich mein Versicherungsberater?

Versicherungstante/ -onkel, Versicherungsvertreter, Finanzcoach, Finanzdienstleister, Versicherungsmakler oder Versicherungsberater. Namen haben wir viele wir Versicherungsmenschen. Was jedoch Wenige wissen, ist das sich rechtlich dahinter eine Menge verbirgt. Also sortieren wir doch mal ein wenig.

Versicherungsvertreter. Wie der Name schon sagt, vertreten sie die Versicherung für die sie arbeiten. Das bedeutet, sie sind nicht dem Kunden, sondern der Versicherung verpflichtet. Sie können nur die Versicherung verkaufen, für die sie arbeiten. Meistens an der Visitenkarte erkennbar. Objektivität und einen Vergleich suche ich hier lange. Bei den Menschen frage ich mich, wie sie abends noch in den Spiegel schauen können, wenn sie den ganzen Tag teuren oder schlechten Quatsch verkauft haben und den Kunden ins Unglück laufen lassen oder ihm richtig tief in die Tasche greifen oder beides?

Es gibt da auch noch die Untergruppe der Mehrfachagenten, wie z.B. früher die AWD. Die vertreten einfach mehrere Versicherungen. Das heißt, die können zwar ein wenig vergleichen, aber auch nur aus den 5 -10 Gesellschaften, mit denen sie zusammen arbeiten. Auch da hätte ich noch Bauchschmerzen abends im Bett.

Rentenversicherung „platt machen“. Oder doch lieber den Berater?

Heute war ich auf einem Treffen des BNI. Hardcore Netzwerken nenn ich das. Wobei die Leute echt ziemlich nett waren, bloß das Prinzip ist nicht so meins. Richtig geärgert hab ich mich aber über den „Versicherungsmakler“ in diesem „Chapter“, wie die Gruppen dort heißen. Da erzählt der in seiner 60-Sekunden-Präsentation tatsächlich so viel Mist, wie mir in 60 Sekunden glaube ich noch nie unter gekommen ist.

In der Zeit zwischen 1999 und 2007 seien die meisten Renten- und Lebensversicherungen die vermittelt worden sein, fehlerhaft und er hat es sich zur Aufgabe gemacht „die platt zu machen“. Wer mich kennt, weiß, dass ich tatsächlich ganz kurz davor war dem ins Gesicht zu springen.

So aber mal erläutert:

Ich weiß nicht mal, was in der Zeit zwischen 1999 und 2007 so besonders gewesen sein soll, außer dass der Skoda Fabia in der Zeit produziert wurde. Aber das als besonders zu bezeichnen, wäre auch weit hergeholt.